Was unterscheidet normale Kopfschmerzen von Migräne?

Landläufig sprechen viele Menschen bei Kopfschmerzen davon, Migräne zu haben. Jedoch gibt es einen großen und eindeutigen Unterschied zwischen Migräne und simplen Kopfschmerzen.

Die Unterschiede sollen im Folgenden kurz zusammengefasst und aufgeführt werden:

Migräneschmerzen sind sehr viel stärker als normale Kopfschmerzen. Migräne geht außerdem mit vielen Nebenerscheinungen einher. Dazu zählen unter anderem eine plötzliche starke Empfindlchkeit gegen alle möglichen Wahrnehmungen wie z.B. Berührungen, Gerüche, Licht.

Es können sich motorische Störungen ergeben. Auch Sinneseindrücke können gestört werden. Beispielsweise beschreiben einige Migränepatienten, dass sie plötzlich „nicht mehr richtig sehen“ können. Optische Sinnestäuschung wird im Zusammenhang mit Migräne als die Aura der Migräne bezeichnet. Die Aura beginnt oft vor dem Eintritt der Migräneschmerzen.

Abgesehen davon ist es für Migräne typisch, dass sie nur an bestimmten Teilen des Kopfes einen starken Schmerz auslöst. Der Schmerz kann z.B. im Bereich des Auges auftreten, an der Schläfe oder im Hinterkopf.

Normale Kopfschmerzen hingegen „strahlen“ häufig aus und werden nicht von Veränderungen der Sinneseindrücke und der Wahrnehmungen begleitet. Auch wenn normale Kopfschmerzen zum Teil starken Schmerz hervorrufen können, ist er von der Symptomatik her von der Migräne zu unterscheiden.

Kann Migräne geheilt werden?

Migräne kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Je nach Ursache ist es auch einfacher oder schwieriger, die Migräne zu therapieren. Ganz allgemein ist jedoch zu sagen, dass Migräne nicht unheilbar ist. Es hängt jedoch immer vom Einzelfall ab.

Abgesehen von ganz unterschiedlichen Ursachen für Migräne (z.B. Wetterfühligkeit, Hormonschwankungen, Stress) kann es auch von den Behandlungswegen abhängen, ob eine Migräne geheilt wird oder nicht.

Bei Migräne, die regelmäßig nur bei Stress auftritt kann deutlich besser behandelt werden, als Migräne deren Auslöser noch nicht eindeutig bestimmbar sind. Um herauszufinden, was bei Ihnen Migräne auslöst möchten wir Ihnen daher wärmstens ans Herz legen, bei jeder Migräneattacke über die genauen Umstände Buch zu führen (Ernährung, Ereignisse, Wetterlage – alles was ihnen in den Sinn kommt). So lässt sich letztlich vielleicht doch eine Ursache ausmachen, wodurch dann gezielt Behandlungsmöglichkeiten eingesetzt werden können.

Veränderungen im Lebensstil (z.B. weniger Stress, kein Rauchen) oder in der Ernährung können in einigen Fällen sehr wirkungsvoll sein. Eine Veränderung des Lebensstils hat aber keine Auswirkungen auf Migränepatienten, deren Migräneanfälle durch Hormonschwankungen hervorgerufen werden.

Wichtig ist jedoch, dass Medikamente, wenn möglich, keine langfristige Lösung sein sollten. Wenn sie z.B. über ihr Migräne Tagebuch gemerkt haben, dass Migräne vor allem in Stresssituationen auftritt, dann sollten sie umgehend planen, in ihrem Leben Entspannungsoasen und -momente einzubauen. Dies wird langfristig einen deutlich größeren Gewinn bringen, als die kurzfristige Einnahme von Medikamenten. So simpel dieser Ratschlag auch klingen mag – in der schnellebigen Welt heutzutage, in der sich alles um Leistung dreht, kann man diesen sehr wirkungsvollen Ratschlag gar nicht oft genug nennen.

Migräne und Ernährung

Auch wenn es ganz banal klingen mag – die Ernährung kann einen immensen Einfluss auf das Auftreten und die Intensität von Migräne haben. Machen Sie sich dies mehrmals immer wieder bewusst und probieren sie es aus, sich gesund zu ernähren, um ihr Wohlbefinden zu verbessern und Migräne zu lindern!

Es hat sich in Studien gezeigt, dass bei Migränepatienten häufig ein Nährstoffmangel vorherrscht. Vor allem der Magnesiumhaushalt ist bei Migränepatienten verringert. Magnesium und andere wichtige Stoffe lassen sich vor allem über Vollkornprodukte oder auch über Lebensmittel aus Soja aufnehmen.

Auch lohnt es sich auf Fertiggerichte zu verzichten. Diese sind voll mit Geschmacksverstärkern, Farbstoffen oder Konservierungsmitteln. Wenn Sie bei der Ernährung auf Naturprodukte zurückgreifen und sich die Zeit nehmen, ab und zu selbst zu kochen, am Besten mit frischen, natürlichen Zutaten – dann ist bereits ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung von einigen möglichen Migräneursachen getan.

Auch sollten Migräneanfällige darauf achten, nicht zu viel Zucker oder Salz zu konsumieren – auch diese beiden Stoffe kommen besonders gehäuft in Fertigprodukten vor. Zucker und Salz kann einen Einfluss auf den Blutdruck haben, der wiederum Migräne begünstigen kann.

Generell sollte außerdem immer darauf geachtet werden, genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Für stressbedingte Migräne empfehlen sich ebenfalls Ernährungstipps: abgesehen davon, dass eine ausreichende Nährstoffzufuhr durch gesunde Ernährung die Attacken weniger stark ausfallen lassen kann, sollten sie die Einnahme einer Mahlzeit als Entspannungsmoment wahrnehmen. Nehmen Sie sich beim Essen die Zeit, ihre Nahrung zu genießen und bewusst zu schmecken. Dadurch können Sie ohne großen zusätzlichen Aufwand einen weiteren Entspannungsmoment in ihr Leben einbauen und somit stressbedingter Migräne vorbeugen.

Gibt es einen Unterschied zwischen Cluster Kopfschmerz und Migräne?

Eine deutliche Antwort: ja! Es gibt einen Unterschied. Migräne ist nicht dasselbe wie Kopfschmerz. Genaueres hierzu können Sie unter dem Menüpunkt zu den Unterschieden zwischen Migräne und Kopfschmerzen nachlesen.

Der Cluster-Kopfschmerz kann ziemlich schnell und einfach von Migräne unterschieden werden. Dafür gibt es einen einfachen „Trick“. Wenn Sie sich bei Schmerzen in einem dunklen Raum in vollkommen ruhiger Umgebung etwas besser fühlen, dann handelt es sich um Migräne.

Bei Cluster-Kopfschmerzen führt diese Reduktion von Außenreizen dazu, dass der Schmerz wandert.

Abgesehen davon gehen die Schmerzen bei Migränepatienten ggf. mit starken Veränderungen der Wahrnemungen und Sinneseindrücke einher. Auch Übelkeit und Brechreiz gehören zu den Üblichen Symptomen von Migräne. All diese Aspekte werden Sie nicht erfahren, wenn sie an einem Cluster-Kopfschmerz leiden.

Kann Koffein Migräne hervorrufen?

Der Konsum von Koffein wird immer wieder gemeinhin mit Migräne und Kopfschmerzen in Verbindung gebracht. Es konnte allerdings noch kein wissenschaftlicher Nachweis für einen solchen Zusammenhang mit Migräne nachgewiesen werden.

Es gibt jedoch Patienten, die darüber klagen, schon bei dem Geruch von Kaffee einen Migräneanfall zu bekommen. Es handelt sich hierbei um einen psychologischen aber sehr starken Effekt, der in seiner Migränewirkung nicht zu verachten ist. Durch die Binsenweisheit, Kaffee würde Migräne auslösen können verfestigt sich die Verbindung „Kaffee  = Migräne“ zu einem festen Glaubenssatz im Kopf. Was dann beim Geruch des Kaffees geschieht kann also als eine Art Placeboeffekt beschrieben werden. Der mentale Zusammenhang zwischen Kaffee und Migräne ist so fest im Gedächtnis verankert, dass er tatsächlich zu einer Migränewirkung führt.

Allerdings können nicht alle Fälle von Migräne im Zusammenhang mit Kaffee auf einen placeboartigen Effekt zurück geführt werden. Wenn Sie auf Kaffee mit Migräne reagieren gilt es nicht nur die persönlichen Einstellungen zu überprüfen (haben sie schon oft von dem Zusammenhang zwischen Migräne und Kaffee gehört, etwa von guten Freunden?). Es gilt auch, eine mögliche Unverträglichkeit oder Allergie auf Kaffee oder im Kaffee verwendeten Zusatzstoffen in Erwägung zu ziehen und zu prüfen. Es ist keine Neuigkeit, dass Allergiker oder Menschen mit Überempfindlichkeiten auf Lebensmittel zu Kopfschmerzen neigen, wenn sie bestimmte Lebensmittel konsumieren. Migräne kann auch eine allergische Reaktion anzeigen.

Ganz generell hat Koffein übrigens keinen negativen Effekt auf Kopfschmerzen und Migräne. Ganz im Gegenteil hat sich in einer norwegischen Studie gezeigt, dass intensive Kaffeekonsumenten seltener langanhaltende Kopfschmerzen bekommen. Wenn Koffein konsumiert wird, weiten sich verengte Blutgefäße, auch im Gehirn. Kopfschmerzen, die durch eine geringe Blutversorgung hervorgerufen wurden, können durch Kaffee gemildert werden. Ein alter Hausfrauenbrauch ist daher auch die starke Tasse Kaffee, sobald sich eine Migräneattacke ankündigt.

Ist es möglich, dass die Pille die Ursache für Migräne ist?

Die Pille kann, wie auch andere Hormonpräparate, Migräne auslösen. Es ist dabei vollkommen egal welche Art von Pille eingenommen wird. Einige Frauen haben bei der Einnahme der Pille keine negativen Nebenwirkungen. Andere haben sofort negative Nebenwirkungen und kämpfen z.B. mit Migräne. Und einige weitere haben zeitversetzt Nebenwirkungen wie Migräne. Die durch die Pille ausgelöst Migräne kann erst nach Wochen oder gar Monaten der ersten Einnahme einsetzen und wird deshalb von Frauen häufig nicht sofort mit der Pille in Zusammenhang gebracht.

Woran liegt es, dass Migräne durch die Pille verursacht werden kann? Die Pille bewirkt eine Veränderung des Hormonhaushaltes – ähnlich wie während der Schwangerschaft – und bringt den normalen, natürlichen Zustand der Frau aus seinem gesunden Gleichgewicht. Das kann für den Körper einen großen Stress bedeuten. Migräne kann ein Anzeichen dafür sein, dass das Hormonpräparat nicht passend für den Körper ist. Für Migränepatientinnen, die erst nach Einnahme der Pille an Migräne leiden, ist anzuraten, mit dem Frauenarzt über einen Wechsel des Verhütungsmittels nachzudenken.

Allerdings muss in diesem Kontext auch hervorgehoben werden, dass die Pille auch positive Wirkungen auf Migräne haben kann. Dies ist der Fall, wenn eine Frau vor der Einnahme der Pille bereits an Migräne litt. Wenn die Pille einen positiven Effekt auf die Migräneattacken hat und die Migräneanfälle seit Einnahme der Pille zurückgehen, dann kann davon ausgegangen werden, dass es sich um hormonbedingte Migräneanfälle handelte. Wenn der Hormonhaushalt aus seinem natürlichen Gleichgewicht gekommen ist, kann die Pille also auch dazu beitragen, diesen wieder neu zu ordnen. Das kann dann wiederum einen positiven Einfluss auf Migräne haben.

Insgesamt lässt sich nun das Resümee ziehen, dass Migräne und Pille in einem engen Zusammenhang stehen können. So kann ein Wechsel oder ein Absetzen der Pille die Migräne verbessern. Die Einnahme der Pille kann aber auch bereits bestehende Migräneprobleme beheben. Es gilt demzufolge, die Migräne genau zu beobachten und gegebenenfalls mit dem Frauenarzt über mögliche Lösungen zu sprechen.

Was hat Migräne mit Wetterfühligkeit zu tun?

Düstere Wolken ziehen am Himmel hinauf, nach einigen wärmeren Tagen kommt plötzlich ein Wetterumschung –  und mit ihm auch die nächste Migräne. So beschreiben es viele Migräneleidende immer wieder. In der Tat konnte es allerdings bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden, ob wirklich ein Zusammenhang zwischen Migräne und Wetterumschwüngen besteht.

Die sensible Reaktion des Körpers auf eine Wetteränderung wird allgemeinhin als Wetterfühligkeit bezeichnet. Doch wie kann das Migräne auslösen? Wetterumschwünge können mit einer Veränderung des Luftdrucks oder der Luftfeuchtigkeit einhergehen. Zum Beispiel entstehen Gewitter durch das Aufeinandertreffen von kalter und warmer Luft. Diese Veränderungen werden vom Nervensystem unseres Körpers unbewusst wahrgenommen.

Der Körper stellt sich darauf ein, dass die Umweltbedingungen von „schönem Wetter“ zu schlechtem, mitunter sogar bei Sturm oder Gewitter gefährlichem Wetter wechseln. Dieser unterbewusste Stress können Blutdruckänderungen veranlassen. Eine sehr schnelles Ansteigen oder Abfallen des Blutdrucks könnte einen Auslöser für Migräne darstellen. Einige Menschen reagieren diesbezüglich sensibler, zum Beispiel mit Migräne oder Schlafstörungen. Andere Menschen scheinen diese Umschwünge überhaupt nicht wahrzunehmen. Im Allgemeinen ist jedoch bekannt, dass Migräneanfälle von Bluthochdruckpatienten häufig mit Veränderungen der Wetterlagen in Verbindung gebracht werden.

Ein Zusammenhang von Migräne mit unterbewusstem durch Umweltbedingungen ausgelösten Stress würde auch erklären, warum bei einer Wetterveränderung von schlechten zu schönen Wetterlagen nur selten Migräne auftritt. Wie gesagt gibt es hierfür was Migräne angeht aber noch keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise.

Reagieren Sie sehr sensibel auf Wetterveränderungen, zum Beispiel mit Migräne? Eine sensible Reaktion auf Umweltbedingungen ist an sich nichts Schlechtes. Wir empfehlen, mit einem Blutdruckmessgerät bei unterschiedlichen Wetterbedingungen und bei Migräne so wie bei gutem Wohlbefinden den Blutdruck zu messen, um die persönliche Ursache von Migräne genauer eingrenzen zu können. Auch das Verfolgen des Wetterberichts kann in diesem Zusammenhang aufschlussreich sein.

Im Anschluss haben wir noch ein paar Aspekte zusammengefasst, die Wetterfühligkeit verstärken und verringern können.

  • Alkohol und Nikotin verstärken die Wetterfühligkeit
  • Trinken Sie genug Wasser! Am Besten in Form von Mineralwasser oder als Tee. Dadurch bleiben sie hydriert und unterstützen ihren Kreislauf bei Wetterumschwüngen. So beugen Sie indirekt Migräne vor
  • Wechselduschen oder Fußbäder mit abwechselnd heißem und kaltem Wasser unterstützen ebenfalls den Kreislauf. Auch einen Behälter (z.B. Spülbecken) mit kaltem Wasser zu füllen und die Arme darin 20 Sekunden eintauchen zu lassen kann den Kreislauf wieder aus einem Tief herausziehen.
  • Medikamenteinnahme oder Alkoholkonsum können zu einem Mangel an bestimmten Mineralstoffen wie z.B. Magnesium führen und somit ebenfalls eine Wetterfühligkeit in Zusammenhang mit Migräne hervorrufen. Achten Sie darauf, genug Mineralstoffe mit der Ernährung zu sich zu nehmen oder gegebenenfalls Zusatzpräparate zu kaufen.

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