Migräne bekämpfen und Migräneprävention

Zur Linderung eines Migräneanfalls werden Schmerzmittel unterschiedlicher Stärkegrade verwendet. Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit) bekämpfen die Symptome von Migräne, wie z.B. Schwindel oder Übelkeit. Abgesehen von diesen Mitteln gibt es zahlreiche nicht medikamentöse Maßnahmen, um gegen Migräne vorzugehen oder diese gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Alle drei Möglichkeitengruppen werden im Folgenden genauer vorgestellt:

Medikamente: Schmerzmittel gegen Migräne

Um die Stärke eines Migräneanfalles aushalten zu können empfiehlt es sich, Schmerzmittel zu nehmen. Schmerzmittel, die sich gegen Migräne eignen gibt es in unterschiedlichen Stärkeabstufungen. Für schwache Migräneanfälle können beispielsweise die frei im Handel erhältlichen Schmerzmittel wie Paracetamol und Ibuprofen eingesetzt werden.

Diese Schmerzmittel werden auch als Analgetika bezeichnet. Analgetika, die für Migränekopfschmerzen geeignet sind enthalten Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac. Sie lindern die Schmerzen, ohne einen Einfluss auf unser Nervensystem auszuüben. Die rezeptfreien Analgetika sind jedoch nur niedrig dosiert. Meist reichen diese Mittel bei Migränepatienten deshalb nicht aus. Dann ist es notwendig, sich vom Arzt ein rezeptpflichtiges Medikament verschreiben zu lassen, das die stärkeren Migräneschmerzen stillen kann.

Zudem stillen Analgetika zwar schwache und mittlere Schmerzen, allerdings sind sie auch für den Magen nicht gut verträglich. Wer bei Migräneanfällen besonders zu Übelkeit neigt, sollte vor allem Medikamente meiden, die die Arzneistoffe Ibuprofen und Diclofenac enthalten. Sie können den Magen reizen und die Übelkeit dadurch verstärken.

Bei starken Migränekopfschmerzen werden vom Arzt üblicherweise Rezepte für sogenannte Triptane ausgestellt. Es handelt sich dabei um Schmerzmittel, die einzig und allein Migränepatienten oder Patienten mit Clusterkopfschmerzen verschrieben werden. Ihre Wirkungsweise unterscheidet sich sehr, von den Analgetika – Schmerzmitteln. Im Gegensatz zu den Analgetika setzen Triptane bei der Serotoninausschüttung an. Durch das Hormon Serotonin werden selbst stärkste Kopfschmerzen stark abgeschwächt. Abgesehen davon wirken die Triptane auch abschwächend auf Begleiterscheinungen von Migräne wie z.B. Übelkeit.

Damit Triptane auch wirklich ihre Wirkung entfalten können, ist es sehr wichtig, sich an die Einnahmevorschriften zu halten. Die Vorschriften entnehmen sie am Besten der Packungsbeilage oder den Informationen, die sie direkt von ihrem Arzt oder Apotheker erhalten. An dieser Stelle seien jedoch die wichtigsten Aspekte dieser Medikamente kurz festgehalten: Triptane müssen dringend eingenommen werden, sobald der Schmerz beginnt. Das ist vor allem besonders wichtig für Patienten, die unter einer Migräneaura leiden. Das Medikament verliert seine Wirskamkeit, wenn es noch während der Aura Phase eingenommen wird. Erst nach der Aura, wenn sich der Migräneschmerz deutlich macht, soll das Medikament eingenommen werden.

Fast alle Triptane erhalten Sie nur über ein Rezept vom Arzt. Die bekanntesten Medikamente aus der Gruppe der Tripane gegen Migräne beinhalten die Wirkstoffe Rizatriptan, Eltriptan sowie Sumatriptan oder Naratriptan.

Das einzige Triptan-Medikament, das im freien Handel erhältlich ist, heißt Formigran. Es beinhaltet Naratriptan und hat sich vielfach als wirkungsvolles Medikament gegen starke und auch gegen sehr starke durch Migräne verursachte Schmerzen erwiesen.

Patienten, die sehr starke, sehr häufige Migräneanfälle haben (also mehrmals monatlich) erhalten abgesehen von Schmerzmitteln von ihrem Arzt auch Rezepte für antiepileptische Mittel oder Betablockern zur Blutdrucksenkung. Es hat sich herausgestellt, dass Antiepileptika wie auch Betablocker dazu in der Lage sind, die Anzahl von Migräneattacken zu verringern und außerdem auch die Stärke der Migräne zu mindern.

Medikamente: Schmerzmittel gegen Begleitsymptome: Übelkeit und Erbrechen bei Migräne

Hinzukommend zu Schmerzmitteln können sogenannte Antiemetika – also Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen – einen Migräneanfall für den Patienten deutlich erträglicher machen. Ein weiterer positiver Aspekt der Einnahme von Antiemetika ist, dass sie auch helfen, Schmerzmittel schneller vom Körper aufzunehmen. So wird auch der Magen vor einer Reizung durch die Wirkstoffe der Schmerzmittel geschützt.

Besonders verbreitet sind Medikamente, die die Wirkstoffe Domperidon, Meclozin, Dolasetron oder Dimenhydrinat enthalten. Diese Wirkstoffe gehören zur Kategorie der Antihistaminika, die z.B. auch gegen Allergien eingesetzt werden. Durch ihre beruhigende Wirkung auf den menschlichen Organismus mindern sie auch Übelkeitsgefühle oder können Erbrechen verhindern.

Zusätzliche Möglichkeiten zur Prävention und Intervention von Migräne

Es gibt zahlreiche nicht medikamentöse Mittel, die zur Prävention und Intervention von Migräne eingesetzt werden können. Leider reichen die Mittel nicht aus, um die Migräneschmerzen so gut zu lindern, wie Medikamente. Trotzdem ist es überaus sinnvoll, sich mit alternativen Maßnahmen gegen Migräne auseinander zu setzen, um a) Migräneanfälle auf die wirksamste Art, auch in Kombination mit Medikamenten, zu bekämpfen und b) weiteren Migräneanfällen vorzubeugen.

Es lassen sich diesbezüglich Maßnahmen der Prävention und der Intervention unterscheiden.

Zusätzliche Mittel zur Linderung von Migränebeschwerden sind so simpel, dass man als Normalbürger während eines Migräneanfalles gar nicht erst darauf kommt:

  • Versuchen Sie, die Geräuschkulisse, in der sie sich befinden, so gut wie möglich zu reduzieren.
  • Dunkeln Sie den Raum ab, in dem sie sich befinden und meiden sie alle weiteren Reize (z.B. visuell – Blicke auf Bildschirme vermeiden)
  • Verschiedene ätherische Öle wie etwa Teebaumöl oder Pfefferminzöl haben sich seit langer Zeit gegen Kopfschmerzen bewährt. In kreisförmigen Bewegungen an die Schläfen oder auf die Stirn gerieben können diese Öle einen zusätzlichen erleichternden Effekt haben. Schmerzstillend wirken sie aber nicht.

Eine Kombination aus obenstehenden Tipps zusammen mit der Einnahme von passenden Medikamenten kann besonders wirksam sein.

Zur Vorsorge von Migräneattacken empfiehlt es sich, auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten und gleichzeitig einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Es gibt viele Ursachen für Migräne, eine der häufigen Ursachen ist beispielweise Stress oder Mineralstoffmangel. Diese beiden Ursachen können sie beispielsweise mit guter Ernährung und Entspannungsübungen angehen.

Besonders effektiv gegen die Migräneursache Stress ist autogenes Training, progressive Muskelentspannung und Meditation. Es gibt jedoch viele weitere effektive Entspannungsmöglichkeiten.

Auch Sport, vor allem Ausdauersport (z.B. Walken, Laufen, Schwimmen, Radsport) kann für einige Migränepatienten besonders wirkungsvoll sein um weiteren Migräneanfällen den Garaus zu machen. Ideal sind zwei bis drei moderate Sporteinheiten wöchentlich. Falls Ihre Migräne durch einen durcheinandergebrachten Hormonhaushalt veranlasst wird, kann Sport ein besonders wirkungsvolles Mittel gegen Migräne sein. Der Grund hierfür ist, das sich Sport stabilisierend auf den Hormonhaushalt auswirkt.

Mit einem Migränetagebuch, in dem sie alle Umstände des Migräneanfalls festhalten könnte es möglich sein, der Ursache ihrer Migräne auf die Schliche zu kommen. Dann können sie gezielt nach zusätzlichen Behandlungsmöglichkeiten suchen und abwägen, ob z.B. eine Ernährungsumstellung, zusätzlicher Sport oder das Erlernen von Entspannungstechniken sinnvoll wäre.

Abgesehen davon ist es generell zu empfehlen, Migräne auch mit Akupunktur vorzubeugen. In den letzten Jahren hat sich Akupunktur als wirkungsvolles Mittel gegen Migräne etabliert.

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