Sekundäre Unfruchtbarkeit

Unfruchtbar beim zweiten Kind

Bei vielen Eltern bleibt der Wunsch nach einem zweiten Kind unerfüllt. Trost gibt es in Rahmen der Familie und Freunde nur sehr wenig. Schließlich heißt es oft: „Ihr habt doch schon ein Kind.“ Psychologen und Mediziner wissen jedoch, dass der sehnliche Wunsch nach einem zweiten Kind im schlimmsten Fall zur existentiellen Krise führen kann.

Was ist sekundäre Unfruchtbarkeit?

Sofern es nicht zur zweiten Schwangerschaft kommt, sprechen Ärzte von der sogenannten sekundären Unfruchtbarkeit, beziehungsweise von der sekundären Sterilität. Die verschiedensten Ursachen kommen bei dieser Diagnose in Frage. In einem Punkt sind sich die Ärzte jedoch sicher: Abwarten wird das Problem nicht lösen. Grundsätzlich sollte ermittelt werden, wodurch die Sterilität hervorgerufen wurde. Erst dann kann eine sinnvolle Behandlung erfolgen.

Sekundäre Unfruchtbarkeit – Die häufigsten Gründe

Klappt es mit der zweiten Schwangerschaft nicht, liegen in der Regel dieselben medizinischen Gründe vor, wie diese auch Paaren zu finden sind, welche noch vergebens auf die erste Schwangerschaft warten. Auslöser dafür können Folgende sein:

  • Hormonelle Störungen
  • Eingeschränkte Spermienqualität
  • Verklebungen der Eileiter
  • Endometriose
  • Gutartige Gebärmuttergeschwulste (Myome)

Diese Probleme können auch schon vor der ersten Schwangerschaft existent sein, müssen dann aber nicht unbedingt zum Tragen kommen. So ist es beispielsweise so, dass vor allem junge Frauen mit hoher Fruchtbarkeit es nicht schaffen, eine geringe Spermienqualität ihres Partners zu kompensieren. Und so gab es auch zahlreiche Paare, welche eine medizinische Nachhilfe schon beim ersten Kind in Anspruch nehmen mussten. Das Alter der Paare spielt bei vielen dieser Ursachen eine erhebliche Rolle. Denn die sekundäre Unfruchtbarkeit nimmt bereits ab dem Alter von 30 Jahren zu. Aber auch folgende Ursachen kommen in Frage:

 

  • Zigarettenkonsum
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Übergewicht
  • Diabetes

 

Wie lange sollte gewartet werden?

Beim ersten Kind wird empfohlen, dass man bereits nach einem Jahr Erfolglosigkeit nach möglichen Ursachen sucht. Handelt es sich um die zweite Schwangerschaft, können ruhig zwei Jahre abgewertet werden.

Und so sieht die Behandlung aus

Zu den ersten Untersuchungen bei sekundärer Unfruchtbarkeit zählt die gezielte Zyklusüberwachung. Gefolgt von Hormonbestimmungen, Eileiterdurchgängigkeitsprüfungen und/oder medikamentöser Stimulation. Die Stimulation des Eisprungs kann meistens auch von einem niedergelassenen Gynäkologen vorgenommen werden. Alternativ kann eine Untersuchung in der Praxis eines spezialisierten Kinderwunsch-Arztes helfen, die möglichen Ursachen zu finden. Dazu müssen beide Partner einen Überweisungsschein sowie sämtliche Unterlagen vorheriger Untersuchungen mitbringen.

Während der Behandlung nicht übertreiben!

Paare die im Rahmen der Reproduktion von Medizinern behandelt werden, unterliegen dem Vorsatz: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Ist die Ursache eine hormonelle Störung, kann eine passende Hormontherapie durchgeführt werden. Allerdings ist häufig eine Bauchspiegelung erforderlich, wenn es darum geht verschlossene Eileiter, eine Endometriose oder Myome zu diagnostizieren. Es handelt sich dabei um eine nach der „Schlüsselloch“-Technik angewandte Methodik, welche als minimal-invasiv eingestuft wird. Viele Fruchtbarkeitshindernisse lassen sich bei der Spiegelung schnell und einfach beheben.

Weitere Behandlungsmethoden

Es gibt aber noch weitere befruchtungsunterstützende Verfahren, welche je nach vorliegendem Problem angewendet werden können. Wenn zum Beispiel eine eingeschränkte Qualität der Spermien vorliegt, dann kann die Insemination zum Einsatz kommen, bei der die Reproduktionsmediziner die Spermien mittels Katheter ganz nah an die Eizelle heranführen. Die sogenannte In-vitro-Fertilisation (IVF) findet nicht im Körper statt. Bei dieser Methode finden die Eizelle und das Spermium selbstständig in einem Reagenzglas zueinander.

Hoffnung behalten und nicht aufgeben!

Der Wunsch nach einem Kind kann sich tief manifestieren. Wer sich den Wunsch nach einer zweiten Schwangerschaft erfüllen will, sollte sich bereits nach einem Jahr ohne Erfolg untersuchen lassen. Es gibt inzwischen zahlreiche Methoden, welche vielversprechend sind.

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